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Gestaltung von schriftlichen Kundenkontakten

Wie Sie mit Ihrer Korrespondenz einen bleibenden Eindruck bei Ihren Kunden hinterlassen.

Besonderheiten

Zu diesem Thema möchte ich Ihnen zur Einstimmung eine kleine Anekdote aus der beruflichen Praxis erzählen: In der Funktion eines Personalentwicklers sah ich eines Tages im Posteingangskorb einen normalen Fensterbrief. Ich schaute auf das Fenster, um zu prüfen, an wen dieser Brief adressiert war. Statt eines Namens stand da "An den, der wo zuständig ist für Führungskräfteentwicklung". Ich konnte mein Lachen kaum unterdrücken und meine Neugier war geweckt. Leider verbarg sich hinter dieser interessanten Akquisitionsstrategie lediglich ein normales Anschreiben eines normalen PE-Anbieters. Aber der Einstieg war erste Klasse!

Vorgehensweise

In der heutigen Informationsgesellschaft werden die meisten Ihrer Kunden von Briefen, Akquisitionsschreiben, Broschüren und e-mails nur so überrollt. Das meiste davon landet dann auch gleich im Papierkorb. Was können Sie also tun, um mit Ihrer schriftlichen (auch per Email) Kontaktaufnahme einen positiven Eindruck bei Ihrem potentiellen Kunden zu hinterlassen?


Zunächst einmal, verzichten Sie auf Initiativ-Mailings! Es sei denn, diese sind höchst originell (siehe oben). Werbemailings mögen vielleicht bei Konsumkunden einen gewissen Effekt erzielen, selten jedoch bei Ihren potentiellen Ansprechpartnern. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch Ihr unverlangtes Anschreiben und Ihre Hochglanzbroschüre entweder sofort in den Papierkorb wandern oder in irgendwelchen Archiven verstaubt, liegt bei fast 100%! Bevor Sie daher schriftliche Dokumente versenden, nehmen Sie vorher in jedem Fall telefonisch Kontakt mit Ihrer Zielperson auf (siehe auch Gestaltung des telefonischen Kontakts). Fragen Sie Ihren Ansprechpartner, ob er an der Zusendung Ihrer Angebotsübersicht interessiert ist. Holen Sie sich unbedingt die "Erlaubnis" dazu ein. Akzeptieren Sie, wenn Ihnen diese "Erlaubnis" nicht erteilt wird oder Ihr Ansprechpartner hörbar zögert. Damit bleiben Sie bei Ihrem Gesprächspartner in guter Erinnerung und sparen sich das Porto.


Wenn Ihr Ansprechpartner an Ihrem schriftlichen Angebot interessiert ist, sollten Sie bei der Formulierung des Anschreibens einige Punkte besonders beachten: Schreiben Sie Ihren Ansprechpartner immer persönlich mit Namen an. Bei einem Anschreiben mit der Anrede "Sehr geehrte Damen und Herren" fühlt sich meist keiner wirklich angesprochen (weil Massenzustellung). Achten Sie in jedem Fall auf die richtige Schreibweise des Namens Ihres Ansprechpartners. Ein falsch geschriebener Name führt leicht zu einer kleinen Ego-Kränkung, die meist nicht das Fundament einer erfolgreichen Zusammenarbeit bilden wird.


Halten Sie Ihr Anschreiben so kurz und übersichtlich wie möglich. Ihre Ansprechpartner haben meist nur wenig Lust und Zeit, sich durch endlose Schreiben zu lesen. Nehmen Sie als erstes Bezug auf Ihr gemeinsames Telefonat und die dort besprochenen Themen. Angesichts der vermutlich großen Anzahl anderer Anbieter für Ihre Dienstleistungen, sorgen Sie dafür, dass Sie sich aus der Masse herausheben. Prüfen Sie deshalb, ob Sie die Optik Ihrer Schreiben anders gestalten können und/oder Ihre "Schreibe" auf Ihren Ansprechpartner anpassen (z. B. humorvoll, kreativ, nüchtern usw.). Heben Sie in Ihren Schreiben in jedem Fall hervor, warum Sie der Beste für Ihren potentiellen Kunden sind, was Ihren Mehrwert in Abgrenzung zu Ihrer Konkurrenz ausmacht. Ihr Anschreiben und Ihre Unterlagen sind Ihre Visitenkarte. Achten Sie also darauf, daß diese Sie und Ihre Philosophie wiederspiegeln.



Autor: Dr. Robert Degenhardt, Stand: 29.05.2005
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